Roadtrip durch drei Bundesstaaten

route66_wirPalm Springs war unsere letzte Station in Kalifornien. Nun ging es weiter Richtung Osten in den Bundesstaat Arizona.
Je weiter wir uns ins Landesinnere begaben, umso karger und trockener sah alles aus. Karg wurde auch nach und nach unser Handyempfang – und das bekamen wir zu spüren, da wir uns bisher immer auf Google Maps und deren zuverlässige Navigation verlassen hatten.
Ziemlich genau an der Grenze zu Arizona ist dann das Netz ganz ausgefallen und – als wäre das nicht genug – ist uns auch noch eine Stunde geraubt worden. Es ist schon verrückt, dass in den USA jeder Bundesstaat selbst entscheiden kann, ob sie die Sommerzeit haben wollen oder nicht. Außerdem gibt es in den USA drei unterschiedliche Zeitzonen. Somit kann es passieren, dass man auf einem Highway im Nirgendwo plötzlich bis zu zwei Stunden zurück bzw. vorwärts katapultiert wird – und das ohne Flugskompensator à la Back to the Future…

Eines davon ist unser Mietwagen... tatet mal, welcher???
Eines davon ist unser Mietwagen… ratet mal, welcher???

Aber im Urlaub ist die Zeit eh egal… Wir sind dann einfach auf unser Kartenmaterial umgestiegen, um unser nächstes Ziel zu erreichen. Laughlin, auch klein Las Vegas genannt, war unser Zwischenstopp auf dem langen Weg zum Grand Canyon. Kurz vor der Stadt sind dann wieder die Uhren zurückgesprungen und wir hatten wieder Handyempfang. Häää? Ah, dieses Spielerparadies in der Nähe von Bullhead City liegt kurz hinter der Grenze im Bundesstaat Nevada. Alles seeehr verwirrend.
Naja, hier können wir uns schon mal mit den einarmigen Banditen vertraut machen – und uns auch schon daran gewöhnen, wie schnell 20 Dollar verzockt werden können…
Am nächsten Tag ging es dann weiter zum 500km entferneten Grand Canyon Nationalpark.

In der Nähe von Hackberry - irre finde ich das Rollstuhl-Schild am Haus! Egal wo, alles behindertengereht ?!
In der Nähe von Hackberry – irre finde ich das Rollstuhl-Schild am Haus! Egal wo, alles behindertengerecht ?!

Wie ich bereits auf den Postkarten erwähnte, fuhren wir einen Umweg ab Kingman bis Seligman, um einen Teil auf der Route 66 zu fahren (dieser Teil ist der letzte erhaltene Originalverlauf der Route 66). Und der Umweg war es wirklich Wert: die einsame Straße, rundherum nur flaches Land, in der Ferne hohe Berge und Felsformationen und ab und zu wehte tatsächlich ein verdorrter Strauch über die Straße. Da spürt man das Gefühl von Freiheit. Und es war einfach ein unglaubliches Gefühl, selbst auf der Route 66 durch die USA zu fahren!

Sieht gefährlich aus, aber über 20 minuten kam kein einziges Auto. Der 7kg schwere Kran hat Holger im Koffer mitgeschleppt - genau für solch wunderschöne Aufnahmen.
Sieht gefährlich aus, aber über 20 Minuten kam kein einziges Auto. Der 7kg schwere Kran hat Holger im Koffer mitgeschleppt – genau für solch wunderschöne Aufnahmen.

Da auf der gesamten Strecke fast keine Autos unterwegs waren, nutzten wir die Nachmittagssonne, um wunderschöne Straßenaufnahmen zu machen. Holger packte seinen Kamerakran aus und stellte sich mitten auf die Straße. Die Aufnahmen sind echt spektakulär geworden.
Auch unbedingt zu empfehlen ist der Besuch des General Store, ein Laden im typischen 66-Style, der aus der Blütezeit dieser Straße erhalten blieb. Man kann ihn kaum verfehlen, da er linker Hand direkt an der Straße auf der Höhe von Hackberry liegt. Klar, die dort entstandenen Bilder sind sehr stereotypisch, aber es gab mir auch das Gefühl, endlich im Herzen der USA angekommen zu sein.

Der General-Store im 50's-Style und 30Grad inmitten der Wüste.
Der General-Store im 50’s-Style und 30 Grad Hitze inmitten der Wüste.

Ein wahnsinnig schöner, aber auch langer Tag ging zu Ende. Wir kamen erst recht spät im Hotel am Grand Canyon Nationalpark an, aßen noch zu Abend und gingen schnell ins Bett. Denn wir wollten am nächsten Tag den Sonnenaufgang am Grand Canyon nicht verpassen. Und deshalb hieß es: Wecker auf 4:30am stellen. Das will ich mir nicht entgehen lassen…

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